Gartenweg anlegen – Das sollten Sie wissen!

Gartentipp: Gartenweg anlegen

Ein Gartenweg ist nicht nur eine funktionelle Angelegenheit sondern sie sagt auch viel ĂŒber den Garten- oder Hausbesitzer aus. Es ist meist der erste Eindruck, den GĂ€ste bekommen wenn sie zu Besuch sind. Aber auch funktionell muss ein Gartenweg gut durchdacht sein, egal ob sie diesen als Verbindung der einzelnen Gartenstandorte nutzen oder ob der Enkel mit dem Tretauto dort lang fĂ€hrt. Hier einige Tipps.

Gedanken ĂŒber den Gartenweg

Bevor Sie einen Gartenweg anlegen, sollten sie eine ausfĂŒhrliche Planung machen. Die einzelnen begehbaren Punkte des Gartens, sollten idealerweise sinnvoll miteinander verbunden werden, so dass sie nicht ĂŒber Beete steigen mĂŒssen. Gemeint sind Terrasse, Haus / Laube, Grillplatz, Komposthaufen und natĂŒrlich der Eingang des Gartens. Achten Sie bitte darauf, dass die geplanten Gartenwege den Garten nicht zerschneiden oder unschön aussehen lassen. Zu empfehlen ist ein Hauptweg, vom dem es auf Nebenwegen zu den einzelnen Beeten geht. Den Hauptweg kann man fest anlegen und z.B. pflastern und die Nebenwege nur trittfest mit Rindenmulch gestallten. Wie genau die Wege insgesamt gestaltet werden kommt auch ganz auf die GrĂ¶ĂŸe des Gartens an.Zu viel Gartenwege können den Charme des Gartens zerstören.

Klare Linien oder Kurven?

Bei kleinen und auch großen GĂ€rten kann ein gerader Gartenweg sehr effektiv sein aber er könnte auch den Charme des Gartens zerstören. Gerade Linien im Garten könnten aber auch mit der richtigen Bepflanzung retuschiert werden. Auf alle FĂ€lle ist eine gerade Linie sehr funktionell, gerade wenn man mit der Schubkarre, GartenabfĂ€lle hin und her fahren muss. Hier ist  ein geschwungener Gartenweg vielleicht etwas ungĂŒnstig. Wie oben erwĂ€hnt kommt es auf die GrĂ¶ĂŸe des Gartens an. Wenn Sie “nur” einen kleinen Garten haben und nicht so viel hin und her transportieren mĂŒssen, ist es wahrscheinlich egal welchen Verlauf der Weg hat. Hier sollte nur die Möglichkeit sichergestellt werden, dass die Wege auch mit dem Handwagen oder Ă€hnliches genutzt werden können, denn unter UmstĂ€nden hat man auch Möbel zur Laube zu transportieren oder anderes. Ein kurviger Gartenweg mach einen Garten gemĂŒtlicher, weil man dadurch die wahre GrĂ¶ĂŸe auf den ersten Blick nicht erfassen kann. GrundsĂ€tzlich kann man sagen, dass die Möglichkeiten der Gartenweggestaltung fast unbegrenzt sind. Achten Sie aber auf die angemessene Breite, so das sie diesen fĂŒr alle GartenaktivitĂ€ten nutzen können. Eine detailierte Vorrausplanung erspart spĂ€tere Nachbesserung.

Der Hauptweg sollte immer bequem mit einer Schubkarre oder Handwagen befahrbar sein und eine Mindestbreite von 90 cm aufweisen. FĂŒr die Nebenwege , die vom Hauptweg abgehen, sollten 50 cm ausreichend sein.

Der richtige Unterbau beim pflastern

Wenn Sie ihren Gartenweg pflastern möchten (ganz wichtig) machen sie sich einen Plan. Sie braichen dazu verschiedene Materialien und die kosten Geld. Es wĂ€re sehr sehr Schade, wenn Sie es nicht richtig machen und sich spĂ€ter Ă€rgern bzw. nochmal Zeit und Geld investieren mĂŒssen.

Als erstes markieren sie den Verlauf des zukĂŒnftigen Gartenweges mit SchnĂŒren. Diese können Sie an einen kleinen Stock binden und in die Erde stecken. Betrachten Sie den Verlauf von verschiedenen Perspektiven, denn nur so erkennen Sie schon vorher ob der Weg gerade verlaufen wird oder nicht. Sollte es keine Möglichkeit geben etwas in die Erde zu stecken, könnte auch Markierungsspray aus dem Baumarkt helfen.

Nachdem alles markiert ist und sie sich alles mehrmals angesehen haben, kommt der anstrengende Teil. Denn sie mĂŒssen mit einem Spaten bzw. Schippe mit dem Aushub beginnen. Der Aushub ist deshalb wichtig, das ein gepflasterter Hauptweg und angemessenes “Fundament” benötigt, damit die Pflastersteine durch Regen und aufgeweichten Gartenboden nicht an der Seite abrutschen. Machen Sie den Aushub etwas breiter als der Weg werden soll, sonst haben Sie kein Platz zum arbeiten. Der verbreiterte Rand kann dann spĂ€ter wieder befĂŒllt werden.

GefÀlle beachten

Beachten Sie unbedingt ein GefĂ€lle von mindestens 2% (2 cm Höhenunterschied auf einem Meter), um spĂ€teren Wasserstau auf dem Gartenweg zu vermeiden. Wenn sich das Wasser auf dem Weg staut, lĂ€sst dieser sich nicht richtig begehen und im Winter kann das stehende (dann gefrorene Wasser) die Pflastersteine auseinander drĂŒcken.

Um relativ wagerecht zu arbeiten kann ein langes Brett mit einer aufgelegten Wasserwaage hilfreich sein. Die erste FĂŒllung fĂŒr das Pflasterbett, was sich nach dem Aushub ergibt, sollte aus grobem Kies bestehen oder feinen kleinen Abbruchsteinen.Es empfiehlt sich eine StĂ€rke zwischen 3 und 5 cm, je nach Aushubtiefe.

Dieses FĂŒllmaterial sollten dann verdichtet werden, so das sie ein festes Fundament hergeben fĂŒr alles was darĂŒber kommt. FĂŒr die Verdichtung kann man sich entsprechende GerĂ€te im Baumarkt leihen.  Als nĂ€chstes wird eine Schicht Sand aufgetragen und gerade und gleichmĂ€ĂŸig mit einem passenden Brett abgezogen. Dies dient dem Ausgleich grober Unebenheiten. Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen kann die Pflasterung des Gartenweges beginnen. Die einzelnen Steine sind jetzt nach und nach gleichmĂ€ĂŸig anzupassen und zu Verlegen. Benutzen Sie hin und wieder die Wasserwaage und stehen auch einmal auf und betrachten Ihr “Werk” wieder von verschiedenen Perspektiven.

Höhenunterschiede ausgleichen

Da mann im Garten mit den ĂŒblichen Werkzeugen nicht immer so genau arbeiten kann, könnten sich Höhenunterschiede ergeben. Wenn sie diese wahrnehmen, nehmen Sie den Gummihammer und korrigieren die Höhe. Unter UmstĂ€nden muss man den Pflasterstein jetzt noch mal heraus nehmen und Untersand entfernen oder welchen zulegen.

Wenn alle Pflastersteine verlegt sind, werden die vorhandenen Fugen zwischen den Pflastersteinen mit feinen Sand ausgefĂŒllt. Dazu wird der Sand einfach mit einem Besen auf der verlegten FlĂ€che ausgekehrt und mit (einer angemessenen Menge) Wasser verschlĂ€mmt. Das verschlĂ€mmen des Sandes sorgt dann fĂŒr, das sich der Sand verdichtet und somit die Pflastersteine untereinander mehr Halt haben. Pflastersteine gibt es ĂŒbrigens in allerlei Farben und Formen und verschiedenen Steinarten. Achten Sie aber darauf, dass diese auch wirklich fĂŒr den Aussenbereich (frostsicher) geeignet sind. Ein Gartenweg aus Sandsteinplatten ist die dekorativste Variante. Es gibt aber auch viele andere Möglichkeiten. Gehen sie in den Baumarkt und lassen sich inspirieren. Eventuell ist auch der Preis der Platten fĂŒr sie wichtig.

Man sollte die MĂŒhe und die Arbeit nicht scheuen, denn der Gartenweg ist einer der wichtigsten Bestandteile eines liebevoll angelegten Gartens. Einen Gartenweg zu betonieren ist ĂŒbrigens ein “no go”. 

Brauch man fĂŒr den Gartenweg eine Genehmigung?

Sollten Sie den Garten gepachtet haben, lesen sie vorher genau ihren Pachtvertrag ob sie so eine (fast) bauliche Änderung durchfĂŒhren dĂŒrfen oder ob sie dazu eine Genehmigung benötigen. Es wĂ€re schade um Zeit und Geld, wenn sie danach alles wieder so herstellen mĂŒssen wie es vorher war. Ein gepflasterter Gartenweg kann durchaus den Wert des Gartens erhöhen.

1 Kommentar
  1. Hallo zusammen,
    dies ist ein sehr informativer Artikel.
    Über diese Thematik habe ich oft nachgedacht.
    Es ist schwer gute Infos im Internet ĂŒber Gartencenter zu finden.
    Dies wird mir bei meiner Recherche zu dieser Materie sehr weiterhelfen.
    Vielen Dank dafĂŒr.

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